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Étoilé. Wir sehen Licht im Dunkeln!



Eine Biogasanlage die zeitgleich eine Toilette darstellt, soll zukünftig Schulen in Benin mit Strom versorgen.

Projektbeschreibung:

Im Projekt Étoilé (franz.: sternenklar) soll in einem kleinen Dorf in Benin (Westafrika) eine sog. Fassbiogasanlage errichtet werden. Diese Biogasanlage wird später primär durch Fäkalien gespeist; in Folge eines Vergärungsprozesses entstehen zum einen Biogas und zum anderen biologischer Dünger. Die Projektidee entstand durch den mehrmonatigen Aufenthalt eines Teammitglieds von Enactus Freiberg in Benin. Die Errichtung dieser Anlage verfolgt im Wesentlichen die nachstehenden Ziele:

1. Verbesserung der sanitären Versorgung: Toilettengänge werden zu einem Großteil in freier Umgebung verrichtet. Es findet derzeit keine Verwertung bzw. Aufbereitung statt. Dies führt zur Kontamination der Umwelt, der umgebenden Gewässer sowie des Grundwassers. Die Verbreitung von Krankheitserregern wird hierdurch stark begünstigt, insbesondere durch die Nahrungsmittelzubereitung und Trinkwasserversorgung aus diesen Gewässern. Durch das kontrollierte Sammeln und Verwerten der Fäkalien kann dies behoben werden.

2. Befähigung zur effizienten und nachhaltigen Ressourcennutzung: Durch die nicht vorhandene Verwertung der Fäkalien, bleiben Ressourcen in einer Region ungenutzt, in der nachhaltige Ressourcennutzung umso wichtiger ist. Mit dem Bau der (Fass-) Biogasanlage durch Enactus Freiberg soll dieses Wissen erstmals transferiert werden. Die Bevölkerung kann somit nicht nur durch bloße Theorie das Prinzip und das Potenzial der Fäkalienverwertung erleben, sondern auch mitverfolgen und -wirken. Die Kenntnis über das Projekt kann und soll sich hierdurch verbreiten um der beninischen Bevölkerung somit eine neue, alternative Energiequelle zu demonstrieren und nahezubringen. Auch hinsichtlich der Düngermittelversorgung kann eine Alternative geboten werden, die durch die instabile Versorgung mit chemischem Dünger sehr gefragt ist. Biologischer Dünger ist ebenso werthaltig, ökologischer und kostengünstiger.

3. Verbesserung der Bildungsumstände für die einheimischen Kinder: Da während der Mittagsstunden die Hitzeentwicklung in den Schulen sehr intensiv ist, leidet der Unterricht enorm darunter und muss oft zwischen 12-15 Uhr ausgesetzt werden. Temperaturbedingt wäre ein Schulbetrieb in den frühen Morgenstunden bzw. am späten Nachmittag und Abend optimal. Aufgrund der fehlenden künstlichen Lichtquellen ist das allerdings nur schlecht umsetzbar, da Morgengrauen bzw. Abenddämmerung zu schlechten Sichtverhältnissen führen. Das Biogas soll für künstliche Lichtquellen in Form von Gaslampen verwendet werden. Hierdurch ermöglichen wir einen verbesserten Unterricht während der erträglicheren Tageszeiten und fördern somit die Zukunftsperspektiven der Kinder. Den Dorfbewohnern soll zudem demonstriert werden, dass das entstehende Biogas tatsächlich eine wertvolle Energiequelle darstellt. Die Kinder kommen schon im Kindesalter mit dem Prinzip der BiogasErzeugung in Kontakt und wachsen hierdurch mit einer Art der Ressourcennutzung auf, die in weiten Teilen der Region noch unbekannt ist.

Neben den sozialen Aspekten des Projektes, steht ebenfalls die Nachhaltigkeit im Vordergrund. Sobald die Systemstabilität erreicht ist, soll die Anlage an die einheimische NGO Action et Développement („AeD“) übergeben werden. Folgende Maßnahmen sollen den nachhaltigen Betrieb der Anlage gewährleisten:

1. Bei der Vergärung der Fäkalien handelt es sich im Grunde genommen um nichts Geringeres als ein Veredlungsprozess: aus einem (noch) nicht verwertbaren Rohstoff wird ein nutzbares Produkt hergestellt. Der Verkauf des biologischen Düngers stellt eine Einnahmequelle dar und ermöglicht somit die Refinanzierung der Anlage (Arbeitskraft, Instandhaltung), bis hin zur Expansion.

2. Die Konstruktion der Fassbiogasanlage ist sehr einfach und kann aus Materialien hergestellt werden, die vor Ort verfügbar sind (Fässer, Seile, Rohre, Tüten). Die Beschaffung von Ersatzteilen ist somit kein großes Hindernis. Da der Aufbau zudem demonstriert wird, soll hiermit auch die Möglichkeit zur privaten Errichtung und Nutzung vermittelt werden.

3. Die Betriebsdokumentation ist in einfachen Piktogrammen und Bildanweisungen gehalten, sodass keine ausgereifte Schulbildung notwendig ist, um diese Anlage zu betreuen. Dies ermöglicht relativ geringe Anforderungen an den betreuenden Mitarbeiter und schafft somit einen Arbeitsplatz für einen bis dahin unbeschäftigten Einwohner.

 

 Aktueller Stand:
1. Bereits mehr als 2000€ eingenommen; Gesammstfinanzierung noch ausstehend
2.Durchführung eines Scoutingfluges, um Umsetzbarkeit des Projektes zu überprüfen, erfolgreich durchgeführt
3. Projektteam wurde durch das Deutsche Brennstoffinstitut zum Bau und Betrieb der Fassbiogasanlage geschult
4. Prototyp der Fassbiogasanlage derzeit in Arbeit