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Étoilé. Wir sehen Licht im Dunkeln!



Eine Biogasanlage, die zeitgleich eine Toilette darstellt, soll zukünftig Schulen in Benin mit Strom versorgen.

Benin, Westafrika. Ein kleines Projekt mit großem Potential: Eine einfache Biogasanlage, die sich aus einer Toilette speist, versorgt ein Dorf mit sanitären Einrichtungen, Dünger für die lokale Landwirtschaft und Gas zum Kochen. So viele Fliegen mit einer Klappe schlagen, wie geht das?

„Das ist ein innovatives System. Ein einziges System, das gleichzeitig so viele verschiedene Probleme angeht.“ – Clément Kassa

Das kleine Dorf Tchaéta liegt abseits der großen Straße, versteckt zwischen einigen Bäumen und Büschen und riesigen Feldern. Eine holprige Schotterpiste führt dorthin, vorbei am öffentlichen Brunnen und der Schule zu den versprengten Häusern. Die meisten Dorfbewohner sind Baumwollbauern, die einen großen Teil des Tages auf dem Feld verbringen. Wir sind im Nordwesten von Benin, der am wenigsten entwickelten Region des Landes.

HYGIENE.
Endlich bekommen wir Toiletten für unsere Schule, freut sich der Schulleiter. Er erklärt, dass die Kinder bisher mit den Büschen in der Umgebung Vorlieb nehmen mussten und für ein bisschen Privatsphäre ein gutes Stück Weg nötig war. Gleichzeitig kann er den Kindern nun auch erklären, wie wichtig der richtige Umgang mit Fäkalien ist, damit alle im Dorf gesund bleiben. Auch die Dorfbewohner können die neue Toilette nutzen, die Neugier ist groß. Dass die Toilette zusätzlich auch noch etwas produziert, ist dabei eher nebensächlich.

LANDWIRTSCHAFT.
Der Baumwollanbau nimmt in der Region riesige Flächen ein. Es ist ein cash crop, der vollständig vom Staat aufgekauft und exportiert wird. Es wird viel chemischer Dünger eingesetzt, der jedoch nie in ausreichender Menge in diesen abgelegenen Regionen geliefert wird. Der biologische Dünger, den die Biogasanlage produziert, füllt damit eine Versorgungslücke. Auch können die Bauern für die Baumwolle, die nur mit biologischem Dünger angebaut wurde, einen höheren Preis verlangen. Nicht zuletzt ist dieser Dünger auch besser für die Umwelt.

ENERGIEQUELLE.
In Tchaéta gibt es keinen Strom. Gekocht wird meist über dem Holzfeuer, was auf Dauer Augen und Lunge schadet. Täglich werden weite Wege in Kauf genommen, um Holz zu sammeln. Hinzu kommt, dass dafür auch viele Bäume gefällt werden, was tiefgreifende Veränderungen im Ökosystem begünstigt, wie beispielsweise die fortschreitende Verwüstung. Häufig wird auch mehr Holz gesammelt als für den Eigenverbrauch benötigt wird und dann in Form von Kohle an die Stadtbevölkerung verkauft. Viele Menschen in den Städten kochen auch mit Gas, dessen Anlieferung aus dem Süden des Landes sowie auch Nigeria jedoch sehr unzuverlässig ist. Das Biogas aus der Anlage bietet hier eine billige und umweltfreundliche Alternative.